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Tubenmittelohrkatarrh

Was ist das? - Definition

Beim Tubenmittelohrkatarrh handelt es sich um eine Funktionsstörung der "Tuba auditiva" ("Ohrtrompete", "Eustachische Röhre"). Die Tuben verbinden das Mittelohr mit dem Rachenraum und sorgen so für den Druckausgleich mit der Außenluft und für die Erneuerung der Luft im Mittelohr. Beim Tubenmittelohrkatarrh ist die Ohrtrompete durch eine Schleimhautschwellung verschlossen und somit kein Druckausgleich möglich.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Tubenkatarrh
Tubenverschluss

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Der Tubenmittelohrkatarrh wird dadurch hervorgerufen, dass die Öffnung der Ohrtrompete zum Rachenraum stark verengt oder verschlossen ist.
Oft liegt die Ursache in einem Schnupfen mit Entzündung der Nase und des Rachenraumes, Schwellung der Schleimhäute und Sekretabsonderung. Der Schnupfen kann durch Erkältung oder eine Allergie verursacht sein. Es kommt zu einer Schwellung der Tubenschleimhaut und Verschluss der Eustachischen Röhre. Dadurch wird das Mittelohr nicht mehr belüftet. Die Luft, die sich im Mittelohr befindet wird resorbiert, so dass ein Unterdruck entsteht und das Trommelfell nach innen eingezogen wird. Zusätzlich kann sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln.
Weitere Ursachen können eine behinderte Nasenatmung durch vergrößerte Rachenmandeln, Veränderungen der Nasenscheidewand, Schwellung der Nasenmuschel sowie ein Nasenrachentumor sein.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Erstes Anzeichen eines Tubenmittelohrkatarrhs ist ein Druckgefühl im Ohr. Eventuell kommen Schwerhörigkeit, Schmerzen und Ohrgeräusche wie Rauschen hinzu. Beim Schlucken können knackende Geräusche im Ohr entstehen.
Die Tuben sind normalerweise verschlossen und öffnen sich beim Schlucken, Gähnen oder Pressen. Beim Tubenmittelohrkatarrh funktioniert der Tubenöffnungsmechanismus nicht mehr und es ist kein Druckausgleich möglich. Deshalb können insbesondere beim Landeanflug eines Flugzeuges oder beim Tauchen Probleme auftreten.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Der akute Tubenkatarrh ist häufig Begleiterscheinung einer Erkältung und klingt gemeinsam mit ihr ab.
Wird der Tubenkatarrh mechanisch durch vergrößerte Rachenmandeln oder Veränderungen der Nasenscheidewand hervorgerufen, besteht die Gefahr, dass er nicht abheilt. Die Schleimhaut des Mittelohrs beginnt aktiv Schleim zu bilden. Dieser ist zunächst dünnflüssig und wird mit längerer Krankheitsdauer immer zähflüssiger. Es entwickelt sich ein "Leimohr" ("glue ear") und eine zunehmende Schwerhörigkeit.
Diese Komplikation kann auch durch ständig wiederkehrende Erkältungen, chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen oder eine Allergie ausgelöst werden.
Durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren kann sich eine chronische Mittelohrentzündung entwickeln.
Wird der Tubenmittelohrkatarrh chronisch, weil die Ursachen des akuten Verschlusses nicht beseitigt werden, bilden sich im Lauf von Monaten und Jahren Veränderungen wie z.B. eine Versteifung der Gehörknöchelchenkette, die zu massiver Schwerhörigkeit führen kann.
Es ist daher wichtig, vom Arzt die Ursache des Tubenverschlusses feststellen zu lassen, damit entsprechend behandelt werden kann.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Druckgefühl im Ohr kann auch durch einen Fremdkörper oder einen Ohrenschmalzpfropfen im Gehörgang sowie bei einem Hörsturz auftreten. Die Abklärung muss durch den Arzt erfolgen.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps

Schleimhautabschwellende Nasentropfen normalisieren die Belüftung der Tuben und lindern so die Beschwerden schnell.
Ist eine Erkältung die Ursache, bringen zusätzlich Inhalationen mit Kamille oder ätherischen Ölen Linderung.
Wärmeanwendung durch Wärmelampe, Heizkissen oder Kirschkernsäckchen ist oft sehr angenehm. Für ein Zwiebelsäckchen werden Zwiebeln kleingehackt, ohne Öl erwärmt und die Zwiebelstückchen in ein Tuch eingeschlagen, das auf das Ohr aufgelegt wird.
Durch tiefes Einatmen und anschließendes Erzeugen eines Überdrucks im Nasenrachenraum bei geschlossenem Mund und zugehaltener Nase kann die Tubenbelüftung verbessert werden. Es gibt auch "Nasenballons", die mit der Nase aufgeblasen werden und dadurch eine Belüftung bewirken. Beides darf jedoch bei einem akuten Infekt nicht durchgeführt werden, da sonst Keime verschleppt werden können.
Bei Flugreisen abschwellende Nasentropfen schon vor dem Landeanflug anwenden, während des Landeanflugs durch Schlucken oder Kaugummikauen für Druckausgleich sorgen.

Bearbeitungsstand: 24.07.2012

Quellenangabe:
Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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