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Rauchgasvergiftung

Was ist das? - Definition

Unter einer Rauchgasvergiftung versteht man die Folgen der Einwirkung von Rauch, Dämpfen oder Gasen, die bei einem Brand oder dem Verbrennungsvorgang allgemein entstehen und die Atemwege schädigen können.
Häufig ist dabei die Schädigung der Lunge durch eingeatmete Rauchgase.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Toxisches Lungenödem

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Zu Rauchgasvergiftungen kommt es gewöhnlich bei Wohnungs- oder Hausbränden, aber auch in Industrieanlagen oder Werkstätten. Häufig sind trotz Schutzausrüstung dabei Feuerwehrleute betroffen.
Rauch enthält eine große Anzahl an giftigen Substanzen. Ein Beispiel ist der Rauch einer Zigarette, der über 1000 verschiedene Schadstoffe enthält. Die heute verwendeten Materialen in Bau und Industrie zersetzen sich bei der Verbrennung zu einer Vielzahl an hochgiftigen Stoffen. Das Ausmaß der Schädigung wird von der Umgebung des Feuers, der Konzentration, Temperatur und der Zusammensetzung sowie der Löslichkeit der einzelnen Rauchgase bestimmt.
Die direkte thermische Wirkung durch Verbrennung ist in der Regel auf den Mundraum begrenzt.
Es lassen sich zwei wesentliche Schädigungsmechanismen unterscheiden:
die Schädigung der Zellen der Gewebeoberfläche durch das Rauchgas
eine Störung der Körperregulation oder des Stoffwechsels.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Die Symptome bei Rauchgasvergiftungen sind abhängig davon, welches Rauchgas vorherrscht.
Dabei müssen die Symptome nicht notwendigerweise sofort auftreten.
Hinweise auf eine mögliche Rauchgasvergiftung können sein:
Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen
Kopfschmerzen
Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit, auffälliges Verhalten
Heiserkeit und Husten, möglicherweise mit Rußpartikeln im ausgehusteten Schleim
Schluckbeschwerden
Luftnot oder starke Anstrengung beim Atmen
Blaufärbung der Haut, besonders der Lippen, deutet auf eine starke Unterversorgung mit Sauerstoff hin. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung kann trotz starkem Sauerstoffmangel normale Hautfarbe bestehen.
Auch
Verbrennungen oder Rötung im Bereich des Gesichts oder Halses,
verbrannte oder angesengte Haare im Bereich von Nase oder des Barts und
Rußablagerungen in Mund oder Hals
sind Hinweise auf eine mögliche Einwirkung von Rauchgasen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Der Verlauf ist abhängig von Art und Ausmaß der Schädigung. Dabei können auch nach Stunden bei scheinbar Unverletzten noch Symptome auftreten. Typisch sind anfänglich geringe Symptome, ein Zeitraum ohne Beschwerden und dann schlagartig einsetzende, schwerste Symptome.
Durch Verletzung der Schleimhaut in luftleitenden Atemwegen, dem Rachen, der Luftröhre oder den Bronchien kann es zu Atemnot durch Verengung der Atemwege kommen, vergleichbar einem Asthma-Anfall.
Die Schädigung in der Lunge selbst führt häufig zu einer Entzündungsreaktion und damit zur Schwellung des Lungengewebes (Lungenödem), gegebenenfalls mit schwerer Atemnot.
Kohlenmonoxid, Phosgen, Zyanide und andere Reizgase, die bei Bränden entstehen können sind auch in niedrigen Konzentrationen direkt lebensbedrohend. Sie behindern die Zellatmung (innere Atmung) und können damit auch bei ansonsten ausreichender Sauerstoffversorgung noch zu schweren Schäden führen. Auch Spätschäden an Herz und Nervensystem sind möglich.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Bei Menschen mit Asthma bronchiale können schon kleine Verunreinigungen der Atemluft einen Asthmaanfall auslösen.
Zu den gefährlichen Gasen an einem Brandherd kommt noch die psychische Belastung durch die wahrgenommene Todesgefahr oder eine vielleicht dramatische Rettungsaktion hinzu. Diese Belastung lässt sich nicht immer klar von der Belastung durch Rauchgase abgrenzen.

Verhaltenstipps

Bei einem Feuerwehreinsatz ist meist auch ein Notarzt vor Ort, der Betroffene noch vor Ort untersuchen und behandeln kann. Aber auch im privaten Bereich können von Öl-, Gas- oder Kohleöfen oder einem Holzkohlegrill gefährliche Gase freigesetzt werden. Verwenden Sie nur zugelassene Geräte, beachten Sie die Bedienungsanleitung und verwenden Sie Öfen nur an ausreichend gelüfteten Stellen.
Im Brandfall: Holen Sie Hilfe und versuchen nicht den Brand selbst zu löschen!
Brandgase breiten sich unvermittelt und möglicherweise unbemerkt aus. Dadurch sind auch Anwohner und Schaulustige gefährdet. Einsatzstellen sollten daher gemieden werden, in der Umgebung die Fenster geschlossen werden. Befolgen Sie Anweisungen von Einsatzkräften!


Bearbeitungsstand: 26.07.2012

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Kafka u.a., Notfall & Rettungsmedizin, Springer, (2007), 10:529-540


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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