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Rotavirus-bedingte Gastroenteritis

Was ist das? - Definition

Durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung.

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache

Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 6-24 Monaten, sie tritt aber auch bei älteren Kindern auf. Die Infektion erfolgt über verschmutzte Hände oder Gegenstände, Trinkwasser oder Lebensmittel.
Die Viren sind sehr leicht übertragbar. Erkrankte scheiden bis zu 8 Tage lang massenhaft Viren mit dem Kot aus. Auch beim Sprechen können die Erreger übertragen werden, da sie eine gewisse Zeit auch in den Mund-Rachen-Raum freigesetzt werden. Infektionen mit dem Rotavirus sind besonders in den Wintermonaten häufig.
Etwa 95% der Kinder erkranken bis zum 5. Lebensjahr mindestens einmal. Erst nach zwei Infektionen mit diesem Erreger ist das Immunsystem so trainiert, dass keine weitere Infektion auftritt.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Nach einer Ansteckung kommt es nach 1-3 Tagen zu Fieber, Bauchkrämpfen, Erbrechen und wässrigen Durchfällen für meist 4-5 Tage.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Eine Gastroenteritis ist im Grunde harmlos, gefährlich wird es allerdings bei massivem Durchfall, da der Betroffene viel Flüssigkeit verliert.
Zeichen eines massiven Flüssigkeitsverlustes sind beispielsweise ein rascher Gewichtsverlust, vermehrte Schläfrigkeit des Kindes, veränderte Atmung und trockene, faltige Haut.
Bei uns heilt eine Rotavireninfektion in aller Regel innerhalb weniger Tage folgenlos aus. Doch in Entwicklungsländern sterben aufgrund einer unzureichenden medizinischen Versorgung jährlich ca. 600.000 Kinder an dieser Erkrankung.
Gelegentlich führt die Schädigung der Darmschleimhaut durch die Viren zu einer Kuhmilchintoleranz. Der Verdacht besteht, wenn die Kinder im Anschluss an eine Darminfektion auf Milchprodukte mit Durchfall reagieren.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Unzählige Viren, Parasiten und Bakterien können Magen-Darm-Erkrankungen verursachen. Meist verlaufen sie ähnlich wie eine Rotavireninfektion.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps

Bei Durchfall und Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit, Zucker und Mineralien. Deshalb ist die wichtigste Therapie die Flüssigkeitszufuhr. Diese kann über gesüßten Tee, Limonade, spezielle Nährflüssigkeit oder in Einzelfällen über Infusionen erfolgen. Nicht geeignet sind Obstsäfte oder Milch. Die Flüssigkeit wird besser vertragen, wenn sie in kleinen Schlucken getrunken wird.
Zur Linderung des Durchfalls kann man dem Kind zerdrückte Bananen oder fein geriebenen Apfel anbieten.
Eine Wärmflasche oder feucht-warme Bauchwickel lindern die Bauchkrämpfe meist sehr gut.
Zum Schutz der Säuglinge ist die Impfung gegen Rotaviren empfehlenswert.
Besteht der Verdacht auf einen übermäßigen Flüssigkeitsmangel, dauert die Erkrankung ungewöhnlich lange, steigt das Fieber oder kommt es zu einer generellen Verschlechterung des Kindes sollte der Arzt zu Rate gezogen werden!
Klagt das Kind im Anschluss an eine Darminfektion nach dem Genuss von Milchprodukten über Bauchkrämpfe und Durchfall, sollte eine Milchintoleranz ausgeschlossen werden.


Bearbeitungsstand: 24.07.2012

Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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