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Staublunge

Was ist das? - Definition

Unter Staublunge versteht man eine Gruppe von Lungenerkrankungen, die durch das Einatmen von Staub hervorgerufen werden. Die bekanntesten Vertreter sind die Steinstaublunge (Silikose) und die Asbeststaublunge (Asbestose).

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Pneumokoniose

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Staub besteht aus festen kleinen Teilchen. Werden diese Teilchen jahrelang eingeatmet, lagern sie sich in der Lunge ab und lösen dort eine Reaktion des Gewebes aus, es entsteht die so genannte Staublunge. Es gibt zwei häufige schädigende Stäube:
Steinstaub: Der schädigende Anteil ist das Quarz. Kleinste Quarzteilchen gelangen in die Lungenbläschen (Alveolen). Sie sind der wichtigste Teil der Lunge, denn hier wird der Sauerstoff ins Blut abgegeben. Der Quarzstaub führt in den Lungenbläschen zu einer chronischen Entzündung. Folge ist eine knötchenförmige Vermehrung von Bindegewebe in der Lunge. Die Lunge wird immer unelastischer und schrumpft. Es steht damit immer weniger Fläche zur Verfügung, über die Sauerstoff ins Blut abgegeben werden kann.
Betroffen sind vor allem Bergleute, Sandstrahlbläser, Steinhauer.
Asbeststaub: Er besteht aus faser- oder nadelförmigen Kristallen. Werden sie eingeatmet, so gelangen auch sie in die Lungenbläschen. Dort dringen die Asbestnadeln in das Gewebe ein und verursachen ähnlich wie bei der Steinstaublunge eine Vermehrung von Bindegewebe in der Lunge, die stark schrumpft.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Meist vergehen 10-15 Jahre, bevor sich eine Staublunge bemerkbar macht. Die Lungenveränderungen sind nicht heilbar, es kann sogar zum Fortschreiten einer Staublunge kommen, obwohl kein Staub mehr eingeatmet wird.
Die ersten Zeichen einer Lungenschädigung sind Husten und Atemnot. Die Beschwerden der Steinstaublunge sind ähnlich wie beim Asthma oder der chronischen Bronchitis. Man spricht deshalb auch vom "Bergmannsasthma".

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Schreitet die Schrumpfung des Lungengewebes fort, verschlechtert sich die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff zunehmend und es kommt zu chronischem Sauerstoffmangel. Dieser Mangel ist an einer Blaufärbung der Haut und an ständiger Atemnot zu erkennen. Nicht selten ist zur Besserung die Versorgung mit einer Sauerstoffflasche nötig.
Bei der Steinstaublunge können sich alle Komplikationen einer chronisch-obstruktiven Bronchitis entwickeln.
Dauerhafte Einatmung von Quarzstaub erhöht das Risiko, an einer Tuberkulose zu erkranken. Die Ursache dafür ist nicht bekannt, doch entwickeln etwa 10 von 100 Patienten mit einer Quarzstaublunge eine Tuberkulose.
Eingeatmetes Asbest dagegen erhöht durch die dauerhafte Reizung und Schädigung des Lungengewebes die Krebsrate ganz erheblich. Das bedeutet, die Gefahr an Lungenkrebs oder an einem bösartigen Tumor des Lungenfells zu erkranken, ist bei einer Asbeststaublunge deutlich erhöht.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Bei anderen chronischen Lungenerkrankungen (z.B. dem Asthma, einer chronisch obstruktiven Bronchitis) kommt es zu ähnlichen Beschwerden. Entscheidend für die Diagnose einer Staublunge ist daher die jahrelange, meist berufsbedingte Einatmung entsprechender Stäube.

Verhaltenstipps

Wo immer möglich sollte durch entsprechende Schutzkleidung (z.B. Gesichtsmaske mit Feinstaubfilter) und Arbeitsweisen (z.B. Staubabsaugung) die Einatmung von quarzhaltigem Staub vermieden werden. Asbest ist als Arbeitsmaterial heute verboten.
Um rechtzeitig eine Lungenschädigung zu erkennen, sind regelmäßige Untersuchungen bei einem Arbeitsmediziner wichtig.
Ist eine Staublunge bekannt, sollte die Lunge nicht durch Rauchen zusätzlich geschädigt werden.
Bei einer chronischen Lungenerkrankung besteht eine erhöhte Infektgefahr. Kommt es zu Fieber oder anderen Entzündungszeichen, z.B. einer Verschlechterung der Atmung, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, denn dies sind Zeichen einer zusätzlichen Entzündung der Lunge.
Damit es nicht im Rahmen anderer Infektionen zu einer Lungenentzündung kommt, wird Betroffenen zur regelmäßigen Impfung gegen Grippe und Pneumokokken geraten.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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