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Lungenentzündung nach Aufstoßen von Magensaft

Was ist das? - Definition

Wenn beim Erbrechen oder Aufstoßen Mageninhalt in die Luftröhre gelangt, spricht man von Aspiration. Dadurch kommt es zu Schäden an Luftröhre und Lunge. Die geschädigten Schleimhäute bieten die Grundlage für das Entstehen einer Lungenentzündung.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Mendelson-Syndrom
Aspirationspneumonie

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Als klassische Ursache für die Aspiration gilt die Narkose bei nicht nüchternen Patienten, etwa bei Notfalloperationen. Mit der Bewusstlosigkeit erlöschen neben dem Bewusstsein auch so genannte Schutzreflexe, die üblicherweise den Eingang der Luftröhre verschließen lassen.
Besonders gefährdet sind:
Menschen mit Schluckstörungen, etwa nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen,
Menschen, die künstlich ernährt werden müssen,
Patienten, bei denen z.B. durch eine Operation der Nerv (Nervus phrenicus) verletzt wurde, der das Zwerchfell versorgt (Zwerchfellhochstand),
Menschen mit Fehlbildungen der Speiseröhre,
Schwangere.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl
Atemnot
übermäßige Produktion von Bronchialschleim und Hustenreiz
Symptome eines Asthma bronchiale durch Zusammenziehen der kleineren Anteile des Bronchialsystems (Bronchospasmus)
Stimmlippenkrampf.
Bis zum Auftreten der ersten Symptome können zwei bis zwölf Stunden vergehen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der saure Magensaft löst eine Entzündungsreaktion des Körpers aus, die mit Fieber, schnellem Herzschlag und eventuell Blutdruckabfall einhergeht. Schließlich kann es durch die Krankheitserreger zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) kommen. Besonders bei älteren Menschen, schweren Vorerkrankungen oder Schwächung des Immunsystems kommt es zu schweren Verläufen dieser Pneumonie. Dabei kann es auch zum Übertritt von Wasser in die Lungenbläschen (Lungenödem) kommen.
Die Entzündung kann sich auch auf den Raum zwischen Lungen- und Rippenfell ausbreiten (Pleuraerguß und Pleuraempyem), und die Atmung durch Druck auf die Lunge weiter erschweren.
Abhängig von Menge und Zusammensetzung des Aspirats, der Schwere der Entzündungsreaktion und bestehenden Begleiterkrankungen kann es zu einem akuten Lungenversagen (acute respiratory distress syndrom, ARDS) kommen.
Im schlimmsten Fall müssen Patienten - meist aufgrund ihrer Vorerkrankungen - auf der Intensivstation behandelt und eventuell sogar maschinell beatmet werden. Dazu ist in der Regel ein so genanntes "künstliches Koma" notwendig.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Besonders, wenn das Erbrechen bemerkt wurde und oben genannte Symptome auftreten, ist die Diagnose einer Aspirationspneumonie leicht zu stellen. In vielen Fällen wird die Aspiration jedoch nicht bemerkt. Die Symptome einer Aspirationspneumonie ähneln denen einer normalen Lungenentzündung. Aber auch Entzündungen des Rachens, Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenerkankung (COPD) können zu solchen Symptomen führen.
Auch bei Herzerkrankungen, Nierenversagen oder Rauchgasvergiftungen kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem).

Verhaltenstipps
Das Risiko einer Aspirationspneumonie lässt sich durch folgende Maßnahmen mindern:
Vor medizinischen Untersuchungen oder Eingriffen die Anweisungen des Arztes strengstens befolgen, besonders die Hinweise zu Essen und Trinken. In der Regel darf sechs Stunden vor dem Eingriff nicht gegessen oder getrunken werden.
Bei künstlicher Ernährung kleine Portionen Nahrung über den Tag verteilen oder ständige kontrollierte Gabe durch einen so genannten Infusomaten statt einzelne Gaben großer Mengen Flüssignahrung.
Bei Schlaganfällen ist die richtige Lagerung von großer Bedeutung.

Bearbeitungsstand: 30.07.2012

Quellenangabe:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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