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Botulismus

Was ist das? - Definition

Botulismus ist eine Infektionserkrankung durch Bakterien. Die Bakterien produzieren ein Nervengift, das zu einem schweren Krankheitsbild mit Lähmungen führt.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Wurstvergiftung (botulus = Wurst)

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Der Erreger des Botulismus, Clostridium botulinum, ist ein Bakterium. Es überlebt nur in einer Umgebung ohne Sauerstoff. Deshalb kommt es fast ausschließlich durch Nahrungsmittel aus Konservendosen und Einweckgläsern zur Ansteckung.
Verursacht wird die Erkrankung jedoch nicht durch das Bakterium selbst. Erst die Bildung des Bakteriengiftes (Toxin) führt zu Krankheitssymptomen.
Über die Nahrung gelangt dieses Toxin in die Blutbahn und dann ins Nervensystem. Dort verhindert es die Ausschüttung eines Botenstoffs an die Muskeln. Dadurch wird die Muskelarbeit blockiert und es kommt zu Lähmungen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
18 bis 36 Stunden nach Aufnahme des Toxins in den Körper kommt es manchmal zu Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten Lähmungserscheinungen betreffen oft die Augenmuskeln, was zu Doppelbildern, unscharfem Sehen und Abscheu vor Licht führt.
Weiter kann es zu Schluckstörungen, Sprechschwierigkeiten, Heiserkeit und Mundtrockenheit kommen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Breitet sich der Erreger weiter aus, kommen auch Bewegungsstörungen oder Lähmungen hinzu.
Bauchschmerzen sind ein Hinweis auf ein Versagen des Darms.
Schließlich werden auch die Atemmuskeln gelähmt, was zum Atemstillstand und zum Tod durch Ersticken führen kann.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Sind Übelkeit und Erbrechen erstes Symptom, können auch Lebensmittelvergiftungen, etwa durch Salmonellen, die Ursache sein.
Angeborene oder erworbene neurologische Erkrankungen können zu Sehstörungen oder Lähmungen führen. Kommen Kopfschmerzen hinzu oder gab es einen Unfall in der Vorgeschichte kann auch eine lebensbedrohliche Hirnblutung oder ein Schlaganfall hinter den Symptomen stecken.
Infektionen im Rachenbereich führen oft zu Schluckstörungen oder Heiserkeit.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
Verunreinigte Lebensmittel müssen nicht unbedingt geschmacklich oder farblich verändert sein. Trotzdem: Lebensmitteldosen oder Einweckgläser, die aufgetrieben oder geöffnet sind, sollten keinesfalls mehr unbehandelt verzehrt werden. Kochen für zehn Minuten oder Erhitzen auf 80 Grad Celsius vernichtet die Toxine.
Botulismus muss unbedingt von einem Arzt mit einem Antitoxin behandelt werden, das die Giftstoffe bindet. Daneben muss bereits der Verdacht auf eine Botulismus-Infektion den Gesundheitsbehörden gemeldet werden.

Bearbeitungsstand: 25.07.2012

Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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