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Flohbefall

Was ist das? - Definition

Flohstiche befinden sich vorwiegend an bedeckten Körperstellen. Sie bilden eine Quaddel auf der Hautoberfläche und liegen meist zu mehreren beisammen. Einzelne Bissstellen treten nur selten auf. Der Menschenfloh ist in Nord- und Mitteleuropa auf Grund der guten hygienischen Verhältnisse so gut wie ausgerottet; Flohstiche beim Menschen werden meist durch Katzen- oder Hundeflöhe verursacht.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Pulikose
Pulicosis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Eine enge Lebensgemeinschaft mit Haustieren wie Hunden oder Katzen begünstigt den Flohbefall. Der Menschenfloh ist hier zwar extrem selten geworden, aber Flöhe sind sehr anpassungsfähig. Insbesondere der Katzenfloh ist nicht ausschließlich an die Katze als Wirt gebunden und kann auch andere Säugetiere oder den Menschen befallen.
Flöhe ernähren sich von Blut. Sie reagieren auf Körperwärme, aber auch auf Gerüche und Erschütterungen. Wenn sie entsprechende Signale empfangen, springen sie ab, landen im Fell oder in der Kleidung und dringen dann zur Haut vor. Sobald sie eine geeignete Stelle gefunden haben, beginnen sie zu saugen. Dabei nehmen sie oft Probebisse vor oder unterbrechen die Nahrungsaufnahme, so dass meist mehrere Flohbisse eng zusammen liegen.
Flöhe halten sich im Fell von Haustieren, in Hunde- und Katzenkörbchen, in der Kleidung oder in Polstermöbeln und Teppichen auf. Erwachsene Flöhe können bis zu einem Jahr ohne Nahrung überleben. Sie setzen sich fest und warten, bis sich ein Wirt nähert. Bei Flohbefall ist daher eine gründliche Reinigung und Behandlung der Wohnung mit Insektiziden unbedingt erforderlich!

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Flohbisse treten meistens an bekleideten Hautstellen auf. Sie erzeugen gruppenweise angeordnete, heftig juckende Quaddeln mit einer kleinen, punktförmigen Blutung in der Mitte. Da die Flöhe während des Saugens ein Sekret mit schmerzbetäubender Wirkung absondern, wird der Biss selbst nicht bemerkt.
Nach 12 bis 24 Stunden kommt es oft zu einer mehr oder weniger starken allergischen Reaktion. An den betroffenen Hautstellen entstehen kleine, rote, harte Knötchen, die insbesondere nach Katzenfloh-Bissen bis zu 2 Wochen erhalten bleiben können.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Besonders bei empfindlicher Haut können sich die Bissstellen entzünden und/oder Hautausschlag entstehen. Vor allem bei Kindern kommt es häufig zu Folge-Infektionen durch heftiges Kratzen der stark juckenden Bereiche. Unter schlechten hygienischen Verhältnissen kann durch das Kratzen nicht nur Schmutz, sondern auch Floh-Kot in die Wunden gelangen und diese entzünden.
Durch Flohbisse - insbesondere von Ratten- und Katzenflöhen - können Krankheiten wie Pest, Schweinepest, Kinderlähmung und Fleckfieber übertragen werden. Diese Gefahr ist in warmen und tropischen Ländern sehr viel höher als in Nord- und Mitteleuropa.
Der tropische Sandfloh bohrt sich in die menschliche Haut und kann dort starke Infektionen bis hin zum Wundbrand verursachen.
Flohbisse behandelt man symptomatisch mit juckreizstillenden Salben. Kleidung und Wohnung müssen gründlich gereinigt und mit Insektiziden behandelt werden.
Der Arzt sollte auf jeden Fall aufgesucht und sicherheitshalber eine Blutuntersuchung gemacht werden. Nur so kann man ausschließen, dass man sich durch den Flohstich eine Infektionskrankheit zugezogen hat.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Wanzenbisse können ähnlich aussehen. Sie treten jedoch meist an unbedeckten Hautstellen auf.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps

Flohbisse zieht man sich meistens durch Kontakt mit Tieren zu. Daher:
Das eigene Haustier - Hund oder Katze - regelmäßig auf Flöhe untersuchen.
Wenn Hund oder Katze Zugang zu allen Wohnbereichen haben, treten gegebenenfalls Flöhe in der ganzen Wohnung auf. Deshalb sollte man zumindest das Schlafzimmer verschlossen halten.
Am Besten wirkt eine regelmäßige vorbeugende Behandlung sowohl des Tiers als auch seiner Umgebung (Körbchen, Decke etc.)
Vorsicht bei fremden Tieren, insbesondere Streunern in südlichen Urlaubsländern.

Bearbeitungsstand: 21.11.2011

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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