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Läusebefall

Was ist das? - Definition

Läuse sind blutsaugende Insekten, die weltweit vorkommen. Für den Menschen von Bedeutung sind die Kopflaus, die Kleiderlaus und die Filz- oder Schamlaus. Jede Art befällt einen anderen, für sie typischen Bereich des Körpers. Läusebisse rufen starken Juckreiz und Hautirritationen hervor.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Pedikulose
Pediculosis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Alle drei Läusearten ernähren sich von menschlichem Blut. Sie leben in den Haaren oder der Kleidung in der Nähe der Hautoberfläche.
Kopfläuse kommen am häufigsten bei Kindern vor. Sie befallen ausschließlich den Kopf, besonders den Bereich hinter den Ohren und den Nacken und halten sich in den Haaren nahe der Kopfhaut auf. Die Übertragung geschieht leicht und vor allem durch direkten Kontakt, seltener auch über Kämme, Mützen etc.
Kleiderläuse können auftreten, wenn viele Menschen eng zusammenwohnen und schlechte hygienische Verhältnisse herrschen. Sie leben nicht direkt am menschlichen Körper, sondern in der Kleidung, besonders in der Unterwäsche und befallen bevorzugt den Rumpf des Menschen. Kleiderläuse werden über direkten Kontakt oder Kleidung übertragen.
Filzläuse befallen in erster Linie die Scham- und Körperbehaarung. Ansteckung erfolgt durch engen Körperkontakt (Geschlechtsverkehr), selten auch über Wäsche.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Kopflausbefall macht sich meist durch heftigen Juckreiz bemerkbar. Die Läuse nehmen mehrmals am Tag durch Biss Blut auf und sondern dabei ein Speichelsekret ab, welches das Hautjucken hervorruft. Kratzen kann zu Verletzungen und Ausschlag führen (Läuseekzem). Die Läuse selbst sind bei geringem Befall oft schwer zu finden. Bei genauer Betrachtung unter optimalen Lichtverhältnissen sieht man in der Nähe der Kopfhaut die Läuseeier (Nissen) als kleine, fast durchsichtige bis bräunliche, ovale Gebilde am Haar kleben.
Der Biss von Kleiderläusen führt ebenfalls zu heftigem Hautjucken. Es entstehen Quaddeln und Knötchen auf der Haut; starkes Kratzen kann zu Entzündungen führen. Man findet die Läuse nicht am Körper, da sie in der Kleidung leben und die Hautoberfläche nur zur Nahrungsaufnahme aufsuchen. Auch die Eier werden in der Kleidung, besonders an den Nähten abgelegt.
Filzlausbefall bleibt oft wochenlang unbemerkt. Die Läuse vermehren sich nur langsam. Sie sitzen unbeweglich in der Scham- und Körperbehaarung. Auch die Augenwimpern, nicht jedoch die Kopfbehaarung können befallen sein. Die Bisse jucken nicht so stark, rufen aber häufig bis zu einem Zentimeter große blaue Flecken im Bereich von Genitalien, Unterbauch und Achselhöhlen hervor.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Jeder Läusebefall muss schnellstens behandelt werden, damit sich die Parasiten nicht weiter ausbreiten können. Kratzen führt zu Hautausschlag, Hautverletzungen und zu Infektionen. Diese Gefahr ist unter schlechten hygienischen Verhältnissen besonders groß.
Massiver Kopflausbefall führt dazu, dass die Haare unentwirrbar ineinander verfilzen (Weichselzopf).
Bei lange bestehender Verlausung der Kleidung entsteht die so genannte Vagantenhaut. Sie ist durch starke Verkrustung der massiven Kratzspuren sowie durch Verfärbungen der Haut gekennzeichnet. Kleiderläuse können auch Überträger verschiedener Infektionskrankheiten sein.
Alle drei Läusearten können am Ort des Befalls mit Insektenvernichtungsmitteln bekämpft werden. Dabei ist es sehr wichtig, die Mittel genau nach Vorschrift anzuwenden und auch die Wiederholungsbehandlung nicht zu vergessen. Bei Bissen von Kleiderläusen wird das Hautjucken mit entsprechenden Lotionen behandelt, ein Insektizid muss auf der Haut nicht angewendet werden.
Sehr wichtig ist auch die Behandlung von allem Gegenständen und Kleidungsstücken, an denen sich Läuse befinden können (Mützen, Bettwäsche, Kuscheltiere, Unterwäsche, Kleidung, Polstermöbel...). Kontaktpersonen müssen genau untersucht und wenn nötig ebenfalls behandelt werden.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Viele Hauterkrankungen haben ein sehr ähnliches Erscheinungsbild. Deshalb können Hautausschlag, Kratzeffekte und Entzündungen oft nicht genau zugeordnet werden, insbesondere wenn man die Laus als Verursacher noch nicht ausfindig gemacht hat. Besonders bei Kleiderlausbefall ist dies schwierig.
Die blauen Flecken, die bei Filzlausbefall an den Bissstellen auftreten haben Ähnlichkeit mit einem Hautausschlag, der bei einer bestimmten Geschlechtskrankheit (Lues) entsteht.
Für eine genaue Diagnosestellung und um das geeignete Mittel zur Behandlung zu finden sollte auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps

Bei Kopflausbefall ist das Auskämmen der Läuse und Nissen mit einem feinzinkigen Kamm (Nissenkamm) eine gute Ergänzung der Therapie. Als alleinige Maßnahme reicht es jedoch nicht aus. Die Haare sollten gewaschen und mit einer Pflegespülung nass gemacht werden, so gleitet der Kamm leichter durch die Haare. Es hat sich bewährt, durch Scheiteln einzelne Bereiche abzuteilen und diese systematisch zu bearbeiten. Auch eine Behandlung mit Essigwasser (zwei Esslöffel Obstessig auf einen Liter Wasser) hilft dabei, dass sich die Nissen leichter lösen.
Kleidung und Gegenstände können durch Waschen bei mindestens 60Grad C gereinigt werden. Wenn das nicht möglich ist, kann man sie auch einige Tage luftdicht verpacken und den Läusen die Nahrungsgrundlage entziehen.
Bei Befall mit Kleiderläusen müssen die Kleidungsstücke heiß gewaschen und gebügelt, mit einem Insektenvernichtungsmittel behandelt oder entsorgt werden.

Bearbeitungsstand: 21.11.2011

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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