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Krätze

Was ist das? - Definition

Die Krätze ist eine relativ häufige Hauterkrankung. Der Erreger, die so genannte Krätzmilbe, bohrt sich in die Oberhaut ein und ruft starken Juckreiz hervor. In der Folge treten Hautausschlag und Entzündungen auf.
Die Übertragung der Milbe erfolgt fast ausschließlich durch engen Körperkontakt in der Bettwärme; unter diesen Bedingungen kann man sich allerdings sehr leicht anstecken.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Skabies

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Die weiblichen Milben bohren in die oberste Hautschicht, die so genannte Hornschicht der Haut Gänge von mehreren Millimetern Länge, in denen sie ihre Eier ablegen. Sie begeben sich für die Fortpflanzung nachts auf die Hautoberfläche, auf der die Männchen leben. Diese Aktivitäten der Milben werden meist als Juckreiz wahrgenommen.
Eine weitere Ursache für das heftige Hautjucken ist eine allergische Reaktion auf Milbenbestandteile und Ausscheidungen der Milben. Dies kann dazu führen, dass die Beschwerden nach erfolgreicher Therapie in gemilderter Form noch mehrere Wochen anhalten.
Durch den Milbenbefall und das kaum zu vermeidende heftige Kratzen entstehen Hautausschläge und Entzündungen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Da die Krätzmilben nachts und in der Bettwärme aktiv werden, tritt der Juckreiz erst abends nach dem Schlafengehen auf oder verstärkt sich dann massiv.
Auch die befallenen Körperstellen sind charakteristisch: das Gesicht und bei Erwachsenen die Hand- und Fußflächen bleiben frei, die entsprechenden Hautschäden finden sich bevorzugt zwischen den Fingern und Fußzehen, an den Handgelenken, den Ansatzstellen der Beine, in den Achselhöhlen sowie bei Erwachsenen immer im Genitalbereich.
An diesen Stellen sind die Milbengänge erkennbar. Sie sind bis zu 1 cm lang und verlaufen winkelig unter der Haut. Am blinden Ende des Ganges befindet sich unter einer kleinen Erhebung ("Milbenhügel") die weibliche Milbe. Entlang des Ganges wird der Milbenkot als kleine dunkle Punkte sichtbar.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickeln sich oft juckender Hautausschlag, Verletzungen durch Kratzen und Infektionen der befallenen Partien.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen

Zu Anfang der Erkrankung leidet man in erster Linie unter dem quälenden nächtlichen Juckreiz. Bei genauer Betrachtung sind die Milbengänge an den oben genannten typischen Körperstellen erkennen. Starkes Kratzen führt zu Hautreizungen, die sich entzünden können. Außerdem kommt es zu einer allergischen Reaktion des Körpers mit starkem Hautausschlag und in der Folge zu weiteren Entzündungen. Bis die ersten Symptome auftreten können jedoch vier Wochen vergehen.
Bei sehr gut gepflegten Patienten fehlen häufig die entzündlichen Hauterscheinungen; es tritt nur starker Juckreiz auf. Man spricht von einer "lavierten Skabies".
Die "Skabies norwegica" oder Borkenkrätze ist eine sehr schwere Verlaufsform mit massivem Milbenbefall. Sie tritt bei Personen mit stark geschwächtem Immunsystem auf.
Eine mögliche Komplikation ist der massive bakterielle Befall der erkrankten Hautstellen.
Bei Verdacht auf Krätze muss der Arzt aufgesucht werden. Er verordnet meist eine Lotion, die 3 Tage am ganzen Körper angewendet wird und die Milben abtötet. Anschließend werden die Hautausschläge behandelt. Bei schwerem Krankheitsverlauf oder wenn die lokale Therapie nicht anschlägt können auch Medikamente eingenommen werden.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen

Das Hautbild bei der Skabies erinnert oft stark an die Nesselsucht ("Urtikaria"). Auch entzündliche oder allergische Ekzeme, die nicht durch die Krätzmilbe hervorgerufen werden können sehr ähnlich aussehen. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt stellen.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps

Die Krätzmilbe wird relativ leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Deshalb müssen Kontaktpersonen wie Familienmitglieder oder Sexualpartner gleichzeitig behandelt werden. Zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen können bis zu vier Wochen liegen!
Die Milben überleben außerhalb der Haut nur einige Tage. Sicherheitshalber sollten Bettwäsche und Kleidung bei mindestens 60 Grad C gewaschen werden. Falls das nicht möglich ist, kann man die Textilien mindestens 72 Stunden luftdicht verpacken.
Vollbäder alleine reichen zwar zur Behandlung nicht aus, können die Therapie aber unterstützen, da die Milben in einer maximal durchfeuchteten Oberhaut nicht überleben können.
Im Anschluss an die Therapie sollten die vorhandenen Hautveränderungen sorgfältig mit rückfettenden Bädern und Salben behandelt werden.

Bearbeitungsstand: 21.11.2011

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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