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Wadenkrämpfe

Was ist das? - Definition

Unter einem Wadenkrampf versteht man das unwillkürliche, meist schmerzhafte Zusammenziehen der Wadenmuskulatur. Die Verkrampfung dauert meist nur wenige Sekunden bis Minuten an und vergeht wieder von selbst.
Muskelkrämpfe können auch bei anderen Muskeln auftreten, am weitaus häufigsten ist jedoch die Muskulatur der Wade und des Fußgewölbes betroffen, meist nachts.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

Krampus - Syndrom

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen

Wenn Muskeln zu Krämpfen neigen, ist zu unterscheiden, ob eine neurologische Erkrankung zu Grunde liegt oder ob es sich um "gewöhnliche" Krämpfe handelt. Bei den "Gewöhnlichen" ist noch nicht geklärt, was die Muskeln dazu bringt sich Zusammenzuziehen, ohne dass wir es wollen. Eine wichtige Rolle scheinen dabei Veränderungen im Wasser- und Salz (Elektrolyt)-Haushalt des Körpers zu spielen.
Es gibt verschiedene Zustände oder Erkrankungen, die diese Veränderungen begünstigen:
körperliche Anstrengung (bei Arbeit oder Sport), besonders in der Hitze
Schwangerschaft
Dialysebehandlung bei schweren Nierenschäden
Leberzirrhose
Erkrankungen mit Störungen im Hormonhaushalt wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion
Diskutiert werden auch Einflüsse von Alkohol und einigen Medikamenten (z.B. harntreibende Mittel).

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome

Ein Wadenkrampf macht sich bemerkbar durch einen plötzlichen messerstichartigen Schmerz, meist ist der oder die betroffenen Muskeln verhärtet. Eher selten verkrampft der Muskel so stark, dass die Zehen krallenartig eingezogen werden.

Was kann dahinter stecken? - Mögliche Krankheitsbilder

Meist sind Wadenkrämpfe harmlos und ohne eine erkennbare Ursache. Bei manchen Erkrankungen treten Sie jedoch gehäuft auf:
Zahlreiche neurologische Erkrankungen, wie bestimmte Lähmungen oder eine Polyneuropathie eines Diabetikers.
Chronische Venenschwäche, Venenentzündungen oder Thrombose (Einengung bis zum Verschluss der Vene durch einen Pfropf, der sich an einer Stelle gebildet hat).
Bei länger anhaltenden Schmerzen kann eine Muskelverletzung wie eine Muskelzerrung oder sogar ein Muskelfaserriss dahinter stecken.
Leberzirrhose.
Erkrankungen mit Störungen im Hormonhaushalt wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion.
Achtung: Arterielle Durchblutungsstörungen der Beine können ebenfalls plötzliche Schmerzen in der Wade erzeugen. Allerdings sind die Schmerzen durch die vorübergehende Blutleere hervorgerufen und treten nicht in Ruhe wie die Wadenkrämpfe, sondern während der Bewegung auf (auch "Schaufensterkrankheit" genannt, da der Betroffene dann meist gezwungen ist, stehen zu bleiben und das anscheindend häufig nutzt um Schaufenster zu betrachten).

Verhaltenstipps

Akut, um den Krampf zu lösen:
Dehnen Sie die verkrampfte Muskulatur. Dazu packen Sie Ihre Zehen und ziehen sie in Richtung Schienbein.
Vielen hilft Umherlaufen oder das Massieren der Wade.

Vorbeugend:
Dehnungsübungen oder genügend regelmäßige Muskeltätigkeiten (z.B. Schwimmen oder Radfahren) helfen aktiv vorzubeugen.
Nehmen Sie immer genügend Flüssigkeit zu sich.
Achten Sie darauf, dass Sie geeignete Schuhe tragen, bei hohen Absätzen verkürzt sich zum Beispiel die Wadenmuskulatur.
Speziell um nächtliche Wadenkrämpfe zu verhindern, sollte eine Spitzfußstellung vermieden werden. Das können Sie erreichen, wenn Sie:
Auf dem Rücken liegend, die Fußsohlen zum Beispiel gegen das Fußende des Bettes stellen.
Auf dem Bauch liegend, die Füße über das Matratzenende ragen lassen.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage


Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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